Podcast Nr. 3 – Die Fahne bleibt oben

Shownotes

Serkan Wels arbeitet als Erzieher in einer humanistischen Kita und engagiert sich seit Jahren in der AG Queer des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg. Mit der Regenbogenfahne des Verbandes ist er auf Christopher Street Days in ganz Deutschland sichtbar. Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD spricht er mit Karina Berg darüber, was dieser Tag mit ihm gemacht hat, ob Sichtbarkeit heute mehr Mut verlangt und warum queere Menschen keine Sonderrechte, sondern Gleichberechtigung und Schutz fordern.

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00:00:04: Humanismus to Go, der Podcast vom humanistischen Verband Deutschlands.

00:00:13: Liebe Zuhörerinnen, schön dass ihr wieder eingeschaltet habt!

00:00:17: Mein Name ist Karin Naberg ich bin Humanistin und ich habe euch heute ein aktuelles Thema mitgebracht.

00:00:23: Mein heutiger Gast ist Serkan Welze.

00:00:25: Serkan arbeitet als Erzieher in einer humanistischem Kita und engagiert sich schon seit vielen Jahren an der AG Queer des humanistische Verbands Berlin Brandenburg.

00:00:35: Er organisiert die Beteiligung des Verbandes am Berliner CSD und an vielen weiteren in Deutschland.

00:00:42: Dabei trägt er mit Stolz die große Regenbogenfahne das Verbandes, macht damit nicht nur queere Menschen sondern auch humanistische Werte sichtbar.

00:00:52: Ein Vorfall beim diesjährigen Berliner CSD war für uns der Anlass dieses Gespräch zu führen.

00:01:00: Im Mittelpunkt soll heute jedoch etwas anderes stehen.

00:01:03: Ich möchte von sehr kein Wissen Warum ihm dieses Engagement so wichtig ist?

00:01:09: Was sich für queere Menschen in der Vergangenheit verändert hat und warum Sichtbarkeit und Solidarität gerade jetzt besonders gebraucht werden.

00:01:19: Lieber Serkan, schilderst du heute bei mir bist!

00:01:22: Erzähl unseren Zuhören.

00:01:24: doch zunächst ein bisschen über dich.

00:01:28: Danke für die Einladung.

00:01:29: wie gesagt ich bin Serkan Ich bin Kita-Pädagoge beim humanistischen Verband Und seit Jahrzehnte schon dabei.

00:01:38: und ja, das bin ich.

00:01:40: Sehr kann!

00:01:41: Du bist ja nicht nur ein Erzieher in einer Kita sondern du begleitest auch die AG Quer beim humanistischen Verband Berlin-Brandenburg.

00:01:49: Seit wann machst du das schon?

00:01:50: Und was macht ihr da so schönes?

00:01:51: Also

00:01:53: den Arbeitskreis gibt es seit Jahr zweitausendsechzehn was wir da machen.

00:02:00: In erster Linie haben wir immer den CSD-Beitrag für Berlin gestaltet, das fällt ja jetzt seit zwei Jahren schon aus dem Plan heraus.

00:02:11: ich hatte immer die Idee Kolleginnen zu unterstützen bei queeren Themen wenn man sich nicht traut das Thema anzugehen also gerade in den Kitas.

00:02:22: es gab damals noch sehr viele ältere Kolleginnen die nicht so in der Thematik waren Und ansonsten haben wir auch für diverse Magazinebeiträge geschrieben und sind eigentlich jetzt Ansprechpartner bei queeren Themen.

00:02:39: Kannst du dich noch an den Moment erinnern, wo du für dich die Entscheidung getroffen hast?

00:02:43: Ich möchte nicht nur zuschauen sondern ich möchte selbst aktiv werden!

00:02:47: Also das kam schon recht früh.

00:02:50: Ich bin ja nicht erst seit zwei Jahren CSD-Gänger oder in der queeren Community unterwegs, sondern hatte mich nach meinem Outing... Da war ich, sechzehn, siebzehn schon politisch angesprochen gefühlt was quere Rechte angeht in der Gesellschaft geradezu die Idee für alle damals oder die damals sehr extreme Homophobie, die es ja gab.

00:03:18: Die jetzt auch leider wiederkommt.

00:03:20: Ich wollte dann nicht nur zum CSD gehen und eine Regenbogenflagge schwingen sondern auch einen Verein unterstützen.

00:03:29: ich bin in eine Initiative gekommen damals die nannte sich enough is enough.

00:03:34: da sind wir halt viel in die Aufklärung gegangen haben viel gepostet in den sozialen Netzwerken sind natürlich auch auf die Demonstration gegangen und als ich dann aktiver beim humanistischen Verband wurde, konnte ich halt diese Erfahrung gleich mit in die Arbeit reinnehmen.

00:03:55: Ich habe angefangen für meine Kita Kinderbücher zu besorgen weil es ja immer noch die alten Alten Geschichten gab.

00:04:04: Ich hab angefangen, meine Kolleginnen aufzuklären über queeres Leben und das entwickelte sich dann halt bis heute.

00:04:12: Ja also du bist

00:04:14: viel

00:04:14: unterwegs!

00:04:15: Du bist viel auf der Straße zeigst viel... Also es ist für dich nicht nur etwas Persönliches sondern auch wirklich was Politisches.

00:04:22: Nun war ja vor kurzem bisher noch gar nicht so lange her der CSD in Berlin.

00:04:26: ich gehe davon aus auch da wirst du gewesen sein.

00:04:28: wie hast du denn den Tag erlebt?

00:04:30: In diesem Jahr?

00:04:32: Also anfangs natürlich sehr entspannt.

00:04:34: Wir treffen uns ja immer im Haus des Humanismus in der Leitziger Straße, weil da auch der CSD dann startet.

00:04:40: Das waren ja mit dem Paritäter unterwegs.

00:04:42: die hatten uns zum zweiten Mal eingeladen nicht nur uns als humanistischen Verband sondern auch andere Organisationen.

00:04:49: Ja wir haben uns angemeldet ich hatte ein Redebeitrag wie jedes Jahr auf dem Truck und wir hatten alle eine gute Stimmung auch um uns herum auf den Truck.

00:04:59: die Leute waren ausgelassen haben gefeiert haben, aber auch demonstriert.

00:05:04: und ja der Tag war soweit richtig gut.

00:05:09: Sehr entspannt!

00:05:11: Wir hatten alle Spaß.

00:05:12: Ja zum Abend hin wurde es dann halt ein bisschen kritischer.

00:05:15: Ja genau ist ja der schlimme Vorfall da passiert.

00:05:18: also warst du in der Nähe?

00:05:19: Hast du das mitbekommen oder hast du's erst im Nachgang

00:05:22: gegen die zwanzig Uhr habe ich mein Handy aufgemacht oder angemacht, war auf Insta und hab dann gelesen der CST ist abgebrochen, Evakuierung.

00:05:31: Hab dann erst mal gegoogelt was es los.

00:05:34: da gab's noch nicht so viele Informationen.

00:05:37: die dröppelten dann alles um nach und nach rein und natürlich war man dann stark geschockt Traurig.

00:05:43: Man hat dann angefangen, in WhatsApp-Nachrichten zu schreiben an Menschen wo man wusste die wären doch dort geht's dir gut bist du okay?

00:05:51: Die Nachrichten trafen dann auch bei mir ein und dann war man erst mal so sprachlos.

00:05:57: was jetzt?

00:05:58: warum weswegen?

00:06:00: was ist da los?

00:06:01: und ja man war einfach fassungslos und am nächsten Tag gab es ja die Trauerfeier im Brandenburger Tor Und ich war auch vor Ort.

00:06:11: Man hat dann so Leute getroffen, die man immer trifft.

00:06:14: Man hat sich in den Arm genommen und viel geweint an dem Tag.

00:06:18: Das war schon und ist immer noch.

00:06:20: Man kann es in der Community spüren, ein einschneidendes Erlebnis ja...

00:06:25: Und was hat das jetzt mit dir gemacht?

00:06:27: Also ändert sich jetzt etwas an dein politischen Vorhaben und deinen persönlichen Besuchen auch auf CSDs?

00:06:35: Nimmst du davon Abstand oder sagst ihr jetzt erst recht?

00:06:37: Auf jeden Fall jetzt erst Recht!

00:06:39: Man geht allerdings mit einem wacheren Auge auf den CSD weil da kommen ja noch einige.

00:06:46: aber ich denke Jetzt erst recht ist ein guter Slogan dafür, weiterhin zu Demonstrationen zu gehen.

00:06:54: Sich nicht einschüchtern zu lassen.

00:06:55: Wer natürlich den Gedanken hat dass man sich nicht sicher fühlt und es ist immer ein komischer Anblick wenn da Polizistinnen mit Maschinengewehr stehen der sollte dann auch Abstand nehmen.

00:07:07: Wenn's halt nicht geht dann gehts halt nicht.

00:07:09: Aber aufzugeben einen Schritt zurückzugehen ist für mich jetzt keine Option.

00:07:14: Aber es ist schon so ein bisschen, weil ich das doch aushöre die Leichtigkeit verloren gegangen.

00:07:18: Also wird sich bestimmt auch noch ändern im Laufe der... Das hoffen

00:07:22: wir!

00:07:22: ...der

00:07:22: Monate und Jahre?

00:07:23: Ja.

00:07:24: Und aber man merkt schon in den Gesichtern der mitdemonstrierenden Menschen, dem mit freiernden Menschen, dass ist schon sehr einschneidend warm.

00:07:34: Man nimmt sich öfter den Arm an, fragt öfter nach wie geht's dir?

00:07:37: Man ist schon darum besorgt, Menschen mit an die Hand zu nehmen und zu sagen, okay du bist nicht alleine.

00:07:46: Und man sollte keine Angst haben es wird besser werden das muss besser werden.

00:07:51: Das wollen wir stark hoffen dass das besser wird.

00:07:54: wenn du so zurückblickst sehr kann zu den ersten Cs die es gab.

00:08:00: was hat sich verändert?

00:08:01: also Was war damals anders als heute?

00:08:05: Waren es weniger Menschen, sind mehr Menschen.

00:08:09: Die Leichtigkeit Gutes ist jetzt aufgrund des tragischen Vorfalls noch mal etwas mehr was hinzukommt aber auch die politischen Forderungen... Nimm uns mal mit!

00:08:20: Wie haben sich die CSDs damals angefühlt und wie sind sie heute?

00:08:25: Also damals war's mehr politischer.

00:08:28: Also wenn man jetzt so auf die CSDs guckt, ja da sind Trucks von großen Firmen dabei.

00:08:34: Wo man sich fragt okay was tun sie für die Community?

00:08:37: Man weiß von einigen ok da wird Geld gespendet, da ist man besonders queervreundlich

00:08:42: etc.,

00:08:42: pp bei vielen Trucks denke ich mir ok ja es hat nur

00:08:47: schöne eingekaufte Werbefläche.

00:08:49: Ja alle CSDS brauchen Geld.

00:08:51: der Berliner CSD war auch in den letzten Jahren immer bisschen mehr politischer.

00:08:56: das hat jetzt wieder mehr zu den großen Firmen zurückgeführt.

00:09:02: Man war damals mehr mit einem Transparent- oder Schild unterwegs, wo man eine Forderung aufgeschrieben hat als jetzt.

00:09:11: Wenn du mit deiner Regenbogenfahne unterwegs bist, gibt es Orte oder Momente, wo's nicht mehr ganz so einfach ist, so präsent zu sein?

00:09:21: Also in Essa Linie ist das ja nicht meine Regenbuchtflache, du gehörst ja dem vorbei.

00:09:25: Gefühlt es ist deine sehr keine, man sieht dich überall!

00:09:29: Du bist immer präsent von den Kameras, du schaffst es ins RWB-Fernsehen weil du mit dieser Riesenfahne unterwegs bist.

00:09:37: Deshalb sage ich dass es dein ist.

00:09:40: Lass das nicht die Geschäftsführung her und dann muss ich dir zurückgeben... Na ja, wenn man jetzt zum Beispiel den CSD Marzahn nimmt.

00:09:49: Den Marzan Pride... Da weiß man schon okay, man kann die nicht so offen zeigen wie jetzt.

00:09:57: Friedrichsheim Kreuzberg also es gibt schon in einer weltoffenen Stadt wie Berlin ist gerne sein möchte und auch die Regenbogenhauptstadt sein möchte, gibt es noch Bereiche Wo ich mir denke, na guter gehe jetzt vielleicht nicht so offensichtlich mit einer Flagge durch die Gegend.

00:10:15: Weil ich Angst haben muss dass sich dann doch ein ins Gesicht geknallt kriege.

00:10:20: Es war auch beim CSD auf der Spree Der ja immer zwei Tage vor dem Berliner CSD ist so das Menschen mit den Mittelfinger gezeigt haben Auf einen der Dampfer gespuckt haben und so weiter.

00:10:33: es ist nicht überall leicht aber Es reicht ja auch schon, was weiß ich in kleiner Pinnen oder wie bei mir auch ein Tattoo das sichtbar ist um Flagge zu zeigen.

00:10:45: Ich muss nicht immer mit der Regenbogenflagge laufen, um Sichtbarkeit zu zeigen.

00:10:52: Warum ist deiner Meinung nach Sichtbarigkeit nicht nur für Menschen wichtig die bereits offen queer leben sondern auch für diejenigen die sich noch nicht zeigen können oder wollen?

00:11:02: Naja wir die sich offen zeigen gehen halt mit besten Beispiel voran, dass man sich nicht verstecken braucht.

00:11:09: Warum auch?

00:11:10: Und wenn es dort Leute gibt die einfach schon vorangehen und solidarisch die Hand ausstrecken und sagen kommen einfach mit dann sollte man auch mitgehen

00:11:22: Dann hält der Schritt wahrscheinlich auch einfach.

00:11:24: Ja,

00:11:24: also man kann sich ja heutzutage gut vernetzen.

00:11:27: das war ja damals als ich so angefangen habe nicht der Fall.

00:11:31: da gab es halt noch kein facebook instagram sonstige ist dass jetzt schon leichter und wenn man auf den richtigen seiten unterwegs ist kriegt man halt auch die termine kann kommentieren naja ich trau mich nicht aber würde gerne gehen und der nächste kommentiert darunter ja lass uns treffen und ich nehme dich mit?

00:11:47: Das geht ganz schnell.

00:11:48: Ich bin auch jemand, der auf vielen Demos alleine unterwegs ist.

00:11:53: Wo halt keine Mitarbeiterinnen das Verbandes mit dabei sein können und warum auch immer.

00:11:59: Und wenn man dann halt nur neben Menschen herläuft, ist man ja trotzdem zusammen und verbringt einen guten Tag.

00:12:07: Dann kommt man halt auch ins Gespräch.

00:12:08: Wer bist du denn?

00:12:09: Es steht auf deiner Flagge drauf.

00:12:11: Ja, cool!

00:12:12: Kenne ich habe schon mal gehört, Jugendfeier... Okay, war ich auch schon.

00:12:17: Und dann hat man den ersten Schritt gemacht und beim nächsten Besuch wird es noch leichter.

00:12:22: Dann hat man die nächste Person mit die neben einem läuft.

00:12:25: Das ist eine gute Kettenreaktion!

00:12:28: Und dann ist man halt nicht alleine unterwegs.

00:12:30: Wir haben uns ja ganz zufällig getroffen auf dem CSD, war da mit meiner Familie unterwegs und dem Kind ist sofort die Regenbogen-Fahne vom HVD aufgefallen.

00:12:40: Ist

00:12:41: ja auch die größte Pflege

00:12:41: gewesen?

00:12:42: Es ist wirklich... Ja!

00:12:43: An der Stelle kann ich es bestätigen.

00:12:44: Es ist immer die größste, die es da gibt.

00:12:49: Da gibt's nur einen Menschen, der mir einfällt am Ende dieser Fahne hängt sehr kann dran Und wir sind da dann auch mitgelaufen.

00:12:56: Da hat man, finde ich besonders gemerkt, dass es eben nicht nur ein Partyumzug bunterlauter ist sondern das es da wirklich um Politik geht, nämlich um Forderung.

00:13:10: Was heißt das?

00:13:11: Die Polizei ist vielleicht noch nicht richtig geschult oder im Gesetz muss nochmal was geändert werden bei queere Menschen, die immer noch benachteiligt sind und nicht gesehen werden.

00:13:22: Ja, wir haben schon vieles erreicht.

00:13:24: Die Ehe für alle, wie sie ja so genannt wird – für mich ist es einfach nur eine Ehe – war ein großer Erfolg auf den wir uns vielleicht lange ausgeruht haben.

00:13:34: Jetzt fordern wir, dass das Grundgesetz Artikel drei geändert wird und das Quierevielfalt dort Platz findet auch Was die Polizei angeht, ja es gibt schon diverse Kolleginnen, die auch gut geschult sind.

00:13:54: Die trifft man aber auch nicht immer an wenn man eine Anzeige schalten muss und man sollte immer eine Anzeit geschalten, wenn man diskriminiert wird in der Klären-Community weil die Statistik Dementsprechend auch angepasst wird, die noch nicht gut mit queeren Menschen umgehen können.

00:14:11: Sagen wir es so... Die noch sehr mit Vorbehalt arbeiten.

00:14:17: da muss noch viel gemacht werden.

00:14:19: aber was jetzt die Forderungen angeht gibt das immer.

00:14:23: ein Punkt der Verbessungswürde ist Wir sind noch lange nicht am Ende.

00:14:27: Es gibt immer noch Diskriminierung Aber da geht's halt auch wie vielen anderen Menschen, die nicht zur Queeren Community gehören Ähnlich.

00:14:35: Okay also du sagst Es gibt noch viel zu tun, wir haben schon viel erreicht.

00:14:40: Wir bewegen uns in manchen Dingen aber wirklich wieder zurück also was auch mit Politik zu tun hat.

00:14:46: Warum sollten auch nicht queere Menschen auf die Straße gehen?

00:14:51: Aus vollem Grund um einfach auch ihre Meinung in der breiten Masse Kunst zu tun.

00:14:59: Da reicht ein Schilf da reicht eine Flagge Da reicht auch Megafon und ein guter, ketschiger Spruch.

00:15:08: Wir brauchen die heterosexuelle Community weil wir in unseren eigenen Bubbeln nicht vorankommen.

00:15:16: Ja!

00:15:16: Wir können jetzt auf die Straße gehen und wütend sein und traurig sein sieht man aber nichts davon.

00:15:23: wenn wir alle zusammen auf die Strasse gehen ist das schon mal ein Bild und hat eine Wirkung auf die Medien, auf einzelne PolitikerInnen vielleicht auch.

00:15:35: Man sollte immer seine Meinung sagen...

00:15:38: Und unterstützen?

00:15:38: Und unterstützen!

00:15:39: Auf jeden Fall einfach an der Seite stehen und solidarisch sein.

00:15:44: Du hattest ja vorhin auch erzählt gerade auf den großen CSDs wo ihr gerne unternehmen sich Trax präsentieren.

00:15:53: und nun wollen wir mal nicht allen unterstellen, dass es einfach nur eine gute Werbefläche ist.

00:15:57: Sondern dass sie das wirklich aus Überzeugung machen.

00:15:59: wie wichtig ist es denn neben Einzelpersonen?

00:16:02: Privatpersonen die mitlaufen bei euch Wie wichtig ist aber auch das Unternehmen Verbände soziale Einrichtungen Das öffentlich sichtbar machen Dass Sie Euch unterstützen Indem sie womöglich auch eine Regenbogenfahne aufhängen also ich wie wichtig Es ist dass die Firmen mehr dafür in der Öffentlichkeit tun.

00:16:22: Naja, es ist ja für die mitarbeitenden Menschen dort ein Safe Space auch.

00:16:27: Wenn ich sehe... Ich bewerbe mich bei irgendeinem Arbeitgeber und sehe eine Regenbogenflagge als Dicker an der Eingangstür weiß ich schon als queerer Mensch, Mensch hier kann nicht sein wie ich bin.

00:16:39: so Und das war für mich auch beim humanistischen Verband wichtig.

00:16:44: Im Jahr zwanzigsechzehn kam mir alle Regenbonflagen in die Einrichtung.

00:16:49: Hier kann ich sein wie ich bin.

00:16:52: Für queere Menschen ist es halt immer noch so, dass man sich bei jedem neuen Arbeitgeber neu outen muss.

00:16:58: Die Firmenfeier steht an.

00:16:59: Wie bringst du mit?

00:17:00: Deine Frau, dein Mann Ich bringe meinen Freund mit.

00:17:04: Also das hört ja nicht auf

00:17:06: Aber

00:17:07: für viele Firmen natürlich auch ein Zeichen hier könnt ihr sein wie ihr seid.

00:17:12: Ihr braucht euch nicht verstellen.

00:17:14: Das macht mir immer noch Menschen, die in irgendwelchen Firmen arbeiten.

00:17:21: Weil es einfach leichter ist zu tun als wenn man nur der normale Menschen anfingstrichen und nicht eine queere Person.

00:17:29: aber es ist auf jeden Fall eine Sichtbarkeit dass man dort gesehen wird das man dort sein kann wie man ist

00:17:36: sehr kann wenn du mit der Fahne unterwegs bist und du bist ja nicht mit deiner mit deiner eigenen privaten Fahne.

00:17:45: Aber du trägst ja, also wie gesagt, da steht ja nun mal groß humanistischer Verband Berlin-Brannburg drauf.

00:17:51: Das heißt, du machst indirekt auch Werbung für deinen Arbeitgeber und dein Arbeitgebers steht für humanistische Werte, also da steht schon was hinter.

00:18:02: Welche Werte trägts du quasi mit dieser Fahnen nach außen?

00:18:06: Wenn du mit ihr unterwegs bist...

00:18:07: Das ist ja eine gute Frage.

00:18:09: Ich helfe dir mal gerne, ich vermute mir vor allem Selbstbestimmung?

00:18:12: Auf

00:18:12: jeden Fall!

00:18:13: Also jeder darf lieben wen er möchte und was er möchte...

00:18:18: Da war auch unser Slogan bei der Kampagne einer von uns, vielleicht erinnerst du dich?

00:18:23: Ehe ich erinnere mich.

00:18:25: Es ist scheißegal.

00:18:25: wenn Du liebst War ja unser großer Auffänger auf unserem pinken Riesenschrack.

00:18:32: Das ist wirklich ein Grundwert, der mir auch wichtig ist.

00:18:36: Auch wenn ich nicht für den Verband arbeiten würde.

00:18:40: Es ist es für mich immer wichtig zu zeigen okay wir sind hier und mein Arbeitgeber sieht queere Menschen Und er ist sich auch der Queerness im Betrieb bewusst.

00:18:50: Ich bin ja nicht der einzige schwule Mann und queere Mensch und was auch immer das ist schon ein gutes Gefühl.

00:19:01: CSDs aus oder Veranstaltungen aus, wo ich weiß okay da kann ich mit der humanistischen Flagge hin.

00:19:06: Ich habe ja nicht nur die Ringbogenflage sondern auch die kein Raum für Rassismus-Flagge, die nehme ich halt immer für die Anti-Nazi-Demos genau.

00:19:15: Du

00:19:15: hast ein Sammelsorium zu haben?

00:19:17: Ja!

00:19:18: Es sind so drei... ich glaube drei Flagen hab' ich von uns.

00:19:21: Ach schön du hattest eingangs ja auch gesagt dass du hier erzieher bist an einer Kita.

00:19:28: Wie wichtig ist es dir denn als Erzieher Das Thema Vielfalt an die Kinder heranzubringen?

00:19:34: und dann wäre meine Folgefrage auch gleich.

00:19:36: Wie macht man das?

00:19:37: Wie bringt man Kindern schon Vielfald bei?

00:19:39: Ich

00:19:40: sag immer, man soll auch Kindern – und ich betreue Kinder von anderthalb bis sechs – immer so ehrlich wie möglich gegenübertreten.

00:19:50: Es bringt nichts wenn ich mich verstelle und sage ja hab Frau und Kind, weil die Kinder ja schon Fragen ein bisschen freiratet.

00:19:58: Hast du Kinder?

00:20:01: Da war ich immer schon ehrlich, wenn Kinder Fragen haben ... Und die werden sie haben, weil Sie gehen auch mit offenen Augen durch.

00:20:09: unsere Gesellschaft sehen Menschen, die gleichgeschlechtlich an der Ampel stehen und sich vielleicht Händchen halten.

00:20:16: Auch das habe ich schon bei Ausfügen alles erlebt so ehrlich wie möglich Also auch nicht in die Tiefe gehen.

00:20:25: Ich persönlich und wir... Es gibt jetzt auch junge Kolleginnen, die verstärkt mit Kinderbüchern arbeiten.

00:20:33: Da gibt es ja mittlerweile ein richtig breites Angebot.

00:20:35: Das gab's damals nicht als ich angefangen habe in meiner Kita zu arbeiten.

00:20:40: Dann musste man wirklich tief graben und heutzutage kriegt man sie überall.

00:20:44: Man muss natürlich auch offene Kolleginnen haben.

00:20:47: also gerade bei den älteren war es ein bisschen schwierig da jetzt mit Vielfalt anzukommen weil Sie das eben nicht kennen.

00:20:56: eine eigene Bubble und das ist auch völlig in Ordnung.

00:20:58: Und dann kommt halt so ein junger, schwuler Mann als Kollege rein und will die Welt verändern.

00:21:03: Das ist schon bisschen schwierig.

00:21:05: Wir hatten dann auch Regenbogenfamilien bei uns und natürlich stellen die Kinder Fragen warum es da keinen Vater oder keine Mutter gibt wenn's zwei Schwulemänner sind.

00:21:15: Kinder sehen auch an Rathäusern wenn sie unterwegs sind ne Regenbungflagge Einmal im Jahr und fragen den schon nach, auch an unserer Kita hängt eine Regenbunkflage wie an vielen anderen Kitas.

00:21:26: Das Verband ist auch wo dann die Kinder sagen Mensch das sind ja die gleiche Farben wie auf deinem Arm und ich denke es wird ja gut erkannt.

00:21:33: also es gibt schon viele Möglichkeiten.

00:21:35: einfach offen sein immer reden reden reden wenn halt in Kinderbüchern halt zwei Gleichgeschlechtliche Elternteile zu sehen sind oder nur ein Elternteil, das gibt es ja auch.

00:21:47: Familie ist ja nicht eine Vater-Mutterkind und Haus und Katze und Hund.

00:21:51: Checken dass die Kinder auch schon.

00:21:53: als ich damals angefangen habe hab ich auch von vielen Mädchen so kleine Liebesbriefe bekommen mit dem aufgemaltene Herz.

00:22:00: Und ich weiß noch, es gab dann das Gespräch.

00:22:02: Ich heirate denen und denen ... Der Junge meinte ja, ich heirate den unter dieses.

00:22:08: Nee, Jungs dürfen nicht heiraten!

00:22:09: Und ich hab immer gesagt warum?

00:22:11: Also wer sagt dir das?

00:22:12: Warum können Männer sich nicht heiratet?

00:22:14: genau wie wenn ich Nagelack aufhabe?

00:22:16: Das ist was für Mädchen.

00:22:17: Und da steht er nicht drauf.

00:22:19: Wir können gerne gucken.

00:22:21: Es ist schon sehr universell Ja, dann ist es auch gut.

00:22:25: Ich weiß noch als ich damals mit Nagelack anfinge auf Arbeit zu erscheinen weil eines der Mädchen so ein Glitzernagelack hatte und ich meinte Ordin will ich auch haben ihr da musst du dir den kaufen gehen?

00:22:35: Und nicht meinte ja natürlich klar muss ich mir besorgen.

00:22:38: Und am nächsten Tag kamen dann Paul Meyer an mit auch rotem Nagelab und ich dachte sehr richtig cool.

00:22:45: Die Eltern machen das mit oder machen uns nicht mit.

00:22:49: Sehr gern!

00:22:49: Ich habe nur noch eine Frage.

00:22:53: Was soll ein junger queerer Mensch, der uns jetzt hier heute zugehört hat und vielleicht gerade Angst in sich trägt von dir hören?

00:23:03: Vernetze dich mit diversen Gruppen.

00:23:07: Die gibt es überall in Berlin oder auch in anderen Großstädten, auch in kleineren Vororten.

00:23:14: Es gibt immer jemanden, der sich schon auf den Weg gemacht hat, der die Information streut.

00:23:22: Man braucht das einfach auch nur googeln, schließt dich an.

00:23:26: Du bist nicht allein.

00:23:27: Such dir Vorbilder.

00:23:29: Es gibt mittlerweile richtig gute Ratgeber in diversen Buchhandlungen.

00:23:37: Mach dich auf den Weg!

00:23:39: Wenn du soweit bist, hör auf dein inneres Tempo und dann wird das schon.

00:23:44: Ich danke dir sehr, Cam.

00:23:45: Sehr gerne.

00:23:46: Viel Kraft und Erfolg für die weiteren Wege, die du gehst dem musst, die Pride, die du mit machst und alles Gute für dich.

00:23:54: Vielen Dank auch so!

00:23:56: Liebe Zuhühlerinnen ich nehme aus unserem heutigen Gespräch mit dass humanistische Werte eben nicht nur Worte sind.

00:24:03: Selbstbestimmung Gleichberechtigung Und die Freiheit das eigene Leben zu gestalten müssen immer wieder sichtbar verteidigt werden.

00:24:11: Die Regenbogenfahne steht deshalb nicht nur für die queere Community.

00:24:15: Sie steht für eine freie und menschliche Gesellschaft Unsere Welthuman denken und gestalten.

00:24:21: Das ist für unseren Verband mehr als ein Satz.

00:24:24: Es ist eine Haltung und die vertreten wir jeden Tag aufs Neue!

00:24:29: Ich freue mich, wenn ihr dabei seid und sage Tschüss bis zum nächsten Mal – eure Carina Berg.

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